Kuri Gohan, japanischer Kastanien Reis

Kuri Gohan, Reis mit Maronen

Kastanien oder Maronen werden allgemein viel in der japanischen Küche verwendet, nicht nur in unzähligen Süßigkeiten wie Kuchen, Desserts oder Wagashi, sondern auch in vielen herzhaften Gerichten. Einer der Klassiker ist Kuri Gohan, Reis mit frischen, gerösteten Kastanien, eigentlich ein sehr einfaches, aber wirklich köstliches Reisgericht. Die Kastanien werden in der Schale geröstet und dann zusammen mit dem Reis und ein wenig Salz gekocht. Durch das  Rösten im Backofen lassen sie sich wesentlich leichter schälen(solange sie heiß sind), wer die Möglichkeit hat, kann die Kastanien noch zusätzlich mit einer Gasflamme anrösten, so bekommt der Reis ein rauchiges Aroma. Eine andere Variante von diesem Gericht heiß “Kuri-Okowa” und wird mit Mochigome, japanischem Klebreis zubereitet. Die japanischen Kastanien sind besonders aromatisch und auch ziemlich groß, die bei uns erhältlichen Maronen  sind genauso gut, wichtig wäre nur, auf die Frische zu achten. Ich kaufe sie meistens auf dem Wochenmarkt, manche Supermärkte bieten zu dieser Zeit auch frische Maronen an, hier habe ich teilweise, was die Frische und Qualität anbetrifft, nicht so gute Erfahrungen gemacht.

Zu dem Reis passt sehr gut gebackener Hokkaido Kürbis, ich finde, das ist die beste Art diesen Kürbis zu zubereiten: in Scheiben geschnitten, mit ein wenig Olivenöl bestrichen und im Backofen gebacken, am Ende wird noch eine einfache Marinade aus Sojasauce und Mirin darüber gepinselt. Super einfach aber absolut köstlich! Weitere Beilagen/Seitengerichte(Okazu) sind: “Kabu no Yuzu Sunomono”, ein japanischer “Salat” mit zarten weißen Rübchen und Yuzu Dressing und “Butaniku no shoga yaki”, veganes Schweinefleisch mit Ingwer und frischen Shiitake Pilzen(Rezept+ Fotos reiche ich nach). Alles in allem ein sehr herbstliches Menü( es schmeckt auch sehr gut ohne das “Schweinefleisch”-Gericht),  zubereitet mit guten frischen Zutaten und Bio Gemüse(bei mir aus der Ökokiste) war es wirklich ein Genuss(und zusätzlich auch vegan und fettarm). :-D

Kuri Gohan, Kastanien Reis

ca.400g frische Kastanien/Maronen in der Schale
1,5 Tassen(Reiskocher-Tassen) japanischen Reis
1,7 Tassen(Reiskocher Tassen) gefiltertes Wasser
1 Tl Salz
2 El Sake
1 El Hon Mirin
1 schmales Stück Kombu

Das Rezept hier basiert auf dem Kuri Gohan Rezept von Kyoto Foodie, er röstet die Kastanien wesentlich stärker an, und kocht das Gericht in einem Donabe Topf. Meine Version ist ein wenig “einfacher” und wird in einem Reiskocher zubereitet.

Die Kastanien anritzen(unbedingt, sonst explodieren sie! ;-) ) und für ca.20-30 Minuten unter dem Backofen Grill rösten, bis die Schalen aufgesprungen sind. Wer mag, kann die Kastanien noch zusätzlich über einer Gasflamme rösten. Dann die Kastanien schälen, solange sie heiß sind, läßt sich die Schale wie auch das braune Häutchen ohne große Probleme entfernen.

Den Reis waschen und für 20 Minuten im Sieb stehen lassen(mehr dazu bitte unter Zubereitung von japanischen Reis nachlesen). Den Reis in den Reiskocher geben, das Wasser abmessen und zufügen, auch das Salz, Sake und Mirin, alles kurz vermischen. Dann die Kastanien unter den Reis mischen, und das Stück Kombu oben drauf legen. Den Reiskocher einschalten, nachdem das Kochprogramm fertig ist noch 10-15 Minuten ausdämpfen lassen. Heiß servieren, zusätzlich noch mit ein wenig Gomashio(Sesamsalz) bestreuen. Der Kastanien Reis kann auch in köstliche Onigiri geformt werden, am nächsten Tag schmeckt er auch fantastisch kurz angebraten.

Japanischen Reis aufwärmen: wenn man den Reis nicht anbraten möchte, schmeckt japanischer Reis am besten wenn er  in einem Dampfkörbchen  aufgewärmt wird: dafür den Boden mit einem Stück Backpapier auslegen, den Reis darauf verteilen und für ca. 10 Minuten bei hoher Hitze dämpfen. Schmeckt wie frisch gekocht!

Gebackener Hokkaido Kürbis

ein halber, kleiner Hokkaido Kürbis
2 El Olivenöl
0,5 Tl Salz
2 El Shoyu, Sojasauce
2 El Hon-Mirin
Gomashio, Sesamsalz

Den Kürbis waschen, entkernen, das Schälen ist nicht nötig(eventuell schlechte Stellen wegschneiden). In schmale Scheiben schneiden und in einer Schüssel mit dem Olivenöl und Salz vermischen, so dass der Kürbis mit dem Öl gleichmäßig überzogen ist.

Die Kürbisscheiben auf einem Backblech(mit Backpapier) ausbreiten und im vorgeheizten Backofen bei ca. 180-200°C backen, bis der Kürbis weich und leicht gebräunt ist. In einem Schälchen Sojasauce und Mirin vermischen und mit einem Pinsel die Marinade auf den Kürbis streichen, dann noch 5 Minuten weiter backen, bis sie ein wenig antrocknet. Sofort servieren, am besten noch mit ein wenig Gomashio bestreuen.

Kabu no Yuzu Sunomono

Japanischer Rübchen Salat mit Yuzu Dressing

1 Kabu, weiße Rübe (große)
0,5 Tl Salz
2 El Genmai-su, Reisessig
1 EL Yuzu-su, japanischer Zitronensaft-Essig
2 El Wasser
0,5 Tl Zucker
ein großes Stück Zitronenschale(Bio Zitrone)

Bei den weißen Rübchen können auch die zarten, grünen Blätter mitgegessen werden. Die Rübe schälen und in sehr dünne Scheiben schneiden. Mit dem Salz einreiben und in eine Tsukemono Presse legen, die Presse zuschrauben und für 20 Minuten stehen lassen(dieser “Salat” ist so ein Ding zwischen Salat und Tsukemono). Dann die entstandene Flüssigkeit entsorgen, die Zitronenschale dünn abschälen(ohne das Weiße, das ist bitter) und fein schneiden. Die zarten grünen Blätter der Rübe waschen, zusammen mit der Zitronenschale und allen anderen Zutaten in die Tsukemono Presse zu den Rübchen legen, kurz vermischen, die Presse zudrehen und für 15 Minuten ziehen lassen(so dringen die Aromen viel besser ein). In einem Schälchen “gestapelt” anrichten(siehe Foto), die grünen Blätter kommen oben drauf. Dieser Salat ist fein säuerlich und unglaublich aromatisch, sehr lecker! Er hält sich nur nicht allzu lange und sollte am gleichen Tag  gegessen werden. Anstelle der Tsukemono Presse kann man auch einen Teller mit einem Gewicht drauf(z.B. eine Dose Tomaten) verwenden.

Bitte die Ess-Kastanien/Maronen wirklich gut anritzen, sonst werden sie nach paar Minuten im heißen Backofen anfangen zu zerplatzen, das hört sich teilweise wie Schüsse aus einer Waffe an! :-D Es ist auch eine Riesensauerei und die heißen Schalen können einem ins Gesicht fliegen(wenn man dann panisch hinrennt und den Backofen aufmacht, um nachzusehen, was da nun los ist, warum knallt es? ;-) ) Bei mir war es beim ersten Mal haarscharf am Auge vorbei, die heiße Schale hat mich auch leicht im Gesicht verbrannt, das alles nur, weil ich Schussel vergessen habe sie anzuritzen. Wenn man das macht, passiert rein gar nichts, und die ganze Angelegenheit ist “sicher”. ;-)

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13 Comments:

  1. njonjom ich liieeebe maronen! =) maronencreme ist auch toll.
    oh weh das hört sich ja aufregend an, maronen die einem nach dem leben trachten ;) aber ich kann solche situationen nur zu gut nachvollziehen, wo man dann plötzlich kopflos wird ;P

    fryda

    avatar 2011.12.05
    19:10

  2. Hihi, so einen ähnlichen Reis hab ich schon gemacht.
    Wie in sazantv, nur halt mit Rotkraut statt mit Azukibohnen :)

    Hier der Link: http://youtu.be/3aX-XGgNz3o

    Herta

    avatar 2011.12.05
    19:29

  3. Pfft, ich dachte ich bekomme jetzt ein Herta Video von Dir zu sehen, wie Du in der Küche durchdrehst… man … ;-) Hab mich schon gefreut… :-D

    Fryda, da Problem ist, dass Kopflosigkeit ein Dauerzustand bei mir zu sein scheint… ;-) Ich bin so durch den Wind. Und sooo vergesslich, und sooo chaotisch… Ich habe schon einmal die Wohnung richtig in den Brand gesetzt, mit allem drum und dran, die Feuerwehr musste kommen, abgebrannt ist aber nur mein japanischer Futon. :-) .Danach, so 3-4 mal war es schon wieder sehr kanpp gewesen, z.B. um 2 Uhr in der Nacht Anko kochen, einschlafen im Wohnzimmer auf der Couch, natürlich Herdplatte an, Wasser verdampft, bruzel-stink, ich werde aber nicht wach, nur Kater im anderen Zimmer… “Warum stinkt es hier so erbärmlich nach verbrannten Bohnen?!?!? Um 5 Uhr morgens?!?! :-D

    Amatō

    avatar 2011.12.05
    19:39

  4. PS. MIT ROTKRAUT?!?!
    Herta, Du machst mich fertig…. ;-) Oh gott… mit rotkraut…..
    Wegen der Farbe, heh? Weil das eine rot und das andere auch… Ich bin total am ablachen hier! :-D

    Amatō

    avatar 2011.12.05
    19:50

  5. woa! und grade der futon, du arme…
    bist du also auch so ein nacht-koch-mensch?

    fryda

    avatar 2011.12.05
    21:28

  6. Nach diesen Aktionen nicht mehr so oft, ich koche lieber am Tag(ich kann das ja machen als “freischaffender Künstler” ;-) ).

    Habe gerade Deine Bilder vom Ausflug bewundert, oh wie lecker! Die Daifuku sehen toll aus, der ganze Imbiss ist ja süß! Wenn die Mochi so gut waren, haben die dort bestimmt so eine Mochi-Stampf Maschine! Dann schmecken die so gut nach Reis. Dort will ich auch hin! Und die Törtchen erst…

    Amatō

    avatar 2011.12.05
    22:27

  7. Was für ein schönes Rezept. Eines meiner Lieblingsessen ist ja frisch gekochter, schneeweißer Reis und sonst nix.
    Mit Maronen drüber immer noch ganz schlicht.
    Lecker!

    sybille

    avatar 2011.12.06
    12:26

  8. danke für deinen kommentar amato^^
    weiß ja nicht ob du weit entfernt von berlin wohnst, ansonsten könntest du ja mal ‘fix’ vorbeischauen ;)
    mochi-stampf-maschine, hmmm glaub hab ich schonmal von gelesen…
    jup die törtchen waren klasse, weis aber leider nicht mit was sie gefüllt waren. und vegane hatten sie dort auch nicht, hatten nachgefragt…
    und danke für deine foto-tips, mit den einstellungen hab ich schon rumgespielt, aber leider kann es das künstliche licht nie ganz wett machen. dafür habe ich heute eine lichtzelt geschenkt bekommen, mal schauen wie es damit klappt =D

    fryda

    avatar 2011.12.06
    17:58

  9. das sollte sogar MIR unfallfrei gelingen!

    Kikuyu

    avatar 2011.12.06
    19:00

  10. apropos hokkaido: ich hab neulich allen ernstes einen “blauen” hier bekommen (dank halloween)! noch hab ich keinen plan, was ich daraus mache, aber du hast ja diverse rezepte hier dafür. ist das richtig, dass der eher für süßspeisen ist als für herzhaftes?
    höhöhö, männe ärgert sich bereits immens, dass kürbisse so haltbar sind “warum schimmelt der nicht endlich, dass ich ihn wegschmeissen kann???”
    im zweifelsfall werd ich das Kürbisfleisch einfach dämpfen, pürieren und einfrieren.

    kikuyu

    avatar 2011.12.07
    08:36

  11. oh wie lecker, MARONEN! könnt mich in die dinger reinlegen^^…muss mal dringend ein sackerl kaufen…da sind auf deinem blog noch paar mehr tolle maronenrezepte versteckt^^

    nicekitty

    avatar 2011.12.10
    00:26

  12. Ja mit Rotkraut. Freut mich, dass du so lachen kannst :D
    Wie das ganze dann aussieht, kannst du dir hier nachschaun -> http://wp.me/p24dVE-c

    Herta

    avatar 2011.12.17
    10:32

  13. HEy, Du hast einen blog! Schön! :-) “Herta gehts imma” ist wieder mal auf den Punkt! SUPER! Lach! :-D
    Die Farbe vom dem Reis ist aber wirklich hübsch geworden!
    (und ich hoffe, Du nimmst es mir nicht irgendwie übel, dass ich immer wieder lache, ich finde Dich eben cool, gefällt mir sehr wie Du so “tickts” :-) ).

    Amatō

    avatar 2011.12.17
    11:49

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