Raw for Brunch: Cashewnusskäse und Mandelbrot

vegan cheese recipe

Raw for Brunch: Cashewnuss-Käse, Guacamole und Mandelbrot mit getrockneten Tomaten

Weiter geht’s es mit der spannenden Serie der Rohkost-Köstlichkeiten, ich habe das Gefühl, dass dies für Einige nicht uninteressant ist. Was ein “Brunch” ist, das wissen hoffentlich alle ;-) , eine Verbindung von Frühstück und Mittagessen. Das Wetter wird jetzt richtig warm, wunderbares, frisches saisonales Gemüse und Obst sind jetzt immer mehr erhältlich, eigentlich die perfekte Zeit, um Rohkost Rezepte auszuprobieren. :-)

Besonders köstlich ist das Mandel-Tomaten Rohkost-Brot geworden, es wird aus den Mandelresten hergestellt, die bei der Zubereitung von Mandelmilch übrig bleiben. Das ist bis jetzt die beste Methode, die ich entdeckt habe, um Mandelreste zu verarbeiten. Ich habe zwar auch versucht, die Mandeltrester in süßen Rezepten zu verwenden, aber bis auf die Energy Riegel war dies nicht so optimal(vielleicht wäre hier backen/trocknen besser gewesen). Das original Rezept für das Mandel Brot habe ich von Raw Chef , es besteht aus sonnengetrockneten Tomaten, Mandeln, Apfel und Leinsamen, ist also glutenfrei und voll mit guten, super gesunden Sachen. Im Originalrezept wird noch ein Zucchino verwendet, auch das schmeckt sehr gut. Im Gegensatz zu dem Original, habe ich versucht, das Brot ohne einen Dehydrator(Trockner) herzustellen. Ich habe sogar einen sehr einfachen, kleinen Trockner(den habe ich schon seit länger, wegen Wagashi-Mehl Herstellung) aber nur so ein billiges, rundes Modell, welches nur bedingt für Rohkostrezepte geeignet ist. Erstens ist es sehr, sehr laut, und das Trocknen dauert ewig, zweitens trocknet es sehr ungleichmäßig, wie ich gelesen habe. Abgesehen davon, die meisten Leser hier werden so ein Gerät bestimmt nicht haben, und da ich auch in den Kommentaren von Raw Chef gelesen habe, es ist möglich, das Brot im Backofen zu trocknen/backen, wollte ich es unbedingt ausprobieren. Es hat sehr gut funktioniert, das Brot ist köstlich! Es wird am Anfang mit ca. 70°-60°C getrocknet(60°C sollen für “roh” noch in Ordnung sein, aber nur am Anfang) dann nach ca. 1 Stunde sollte die Temperatur runter gedreht werden, auf 40-50°C. Wichtig ist, die Brotmasse dünn auf das Backpapier zu streichen, und unbedingt nach 1-1,5 Stunden umzudrehen. Die Backofentür sollte auch nicht geschlossen sein, nur angelehnt, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Wichtig ist auch, das Brot, nachdem es fester geworden ist, vom Backpapier abzuziehen und auf einem Gitter zu legen, um es so weiter zu trocknen.

Die anderen Rezepte sind: ein absolut himmlischer Cashewnuss-Käse, Guacamole(Avocado Dipp) und Pesto Verde mit Bärlauch. Guacamole dürfte  bekannt sein, es kommt aus Mexiko und wird aus Avocados zubereitet, es ist ein herrlicher Dipp oder auch Brotaufstrich. Pesto Verde(also grünes Pesto) habe ich mit Bärlauch hergestellt, ich habe welches im meiner Ökokiste gehabt, jetzt ist auch die Saison dafür. Bärlauch wird auch “wilder Knoblauch” genannt, es hat ein tolles, knoblauchartiges Aroma, andere Alternativen wären natürlich Basilikum.

vegan cheese, homemade

Cashewnuss-Käse und Rejuvelac

Der Cashewnusskäse wird genauso hergestellt wie der Sonnenblumenkäse, nur mit Rejuvelac, darüber habe ich in meinem letzten Artikel schon einiges geschrieben. Rejuvelac ist dem Brottrunk sehr ähnlich und wird aus gekeimten Weizen, Roggen oder Dinkel gemacht.

Rejuvelac

1 Tasse gekeimte Weizensprossen(so 2-3 Tage alt)
2 Tassen Wasser

Weizen keimen: 1 Tasse Weizenkerne(organisch/Bio) in ein größeres Glass geben, für 6-8 Stunden im Wasser einweichen. Das Wasser entsorgen, den Deckel mit einem Stück Stoff(Mullbinde) verschließen und die Weizenkerne 2-mal am Tag mit frischem Wasser spülen, darauf achten, dass sie nicht austrocknen. Für 2-3 Tage bei Raumtemperatur an einem nicht zu dunklen/nicht zu hellen Ort(ohne Sonneneinstrahlung!) stehen lassen, immer wieder spülen. Nach dieser Zeit sollte sich ein kleiner Keimling zeigen. Jetzt ist das Weizen fertig für die Zubereitung von Rejuvelac.
Die Weizensprossen in ein Glass geben, mit frischem Wasser übergießen und für weitere 2-3 Tage bei Raumtemperatur stehen lassen. Die Flüssigkeit wird anfangen zu fermentieren, Milchsäurebakterien werden ihre Arbeit tun, es werden kleine Luftbläschen aufsteigen. Rejuvelac hat einen sehr leichten Duft nach Sauerkraut, dieser ist aber wirklich nur ganz zart.
Jetzt ist Rejuvelac fertig und kann zum fermentieren von Cashewkäse verwendet werden. Mehr zum Thema Rejuvelac kann man hier nachlesen, es kann auch getrunken werden. Eine Alternative zu Rejuvelac wäre fertig gekaufter Brottrunk(Reformhaus) oder das Ferment-Pulver.

 

Cashewnuss Käse

1 Tasse eingeweichte Cashewnüsse
1 Tasse Rejuvelac
1 El frisch gepresster Zitronensaft
1TL Meersalz

Cashewnüsse am besten über Nacht im Kühlschrank im kalten Wasser einweichen. Das Wasser entsorgen und die Nüsse kurz durchspülen. In den Mixbecher der Küchenmaschine geben, mit dem Rejuvelac übergießen, Zitronensaft und Salz zufügen. Sehr fein pürieren, die Masse soll ganz glatt sein, wie dicke Sahne.

In ein Tuch geben, zudrehen und für 2 Tage bei Raumtemperatur fermentieren lassen. Dafür hänge ich den Käse in ein Sieb, mit einer Schüssel drunter, damit überschüssige Flüssigkeit abfließen kann. Den Käse mit einem Gewicht bescheren, wenn dieser fester werden soll, das Gewicht/Druck erhöhen.
Nachdem der Käse fertig ist, in den Kühlschrank geben, so wird es noch fester. Jetzt kann der Nusskäse in frischen Kräutern oder Gewürzen gewälzt werden. Manche Rezepte schlagen auch vor, den Käse für einige Stunden zu trocknen, damit sich eine Kruste bildet, das habe ich aber noch nicht ausprobiert.

vegan and raw recipes

Mandel Brot mit sonnengetrockneten Tomaten

Diese Brot ist einfach fantastisch, ich habe mittlerweile auch die Version mit Zucchini gemacht, ist aber nicht notwendig. Achtung, bitte das Brot nicht bei zu hoher Temperatur backen, das habe ich ausprobiert, und es wurde bitter(war dann auch nicht mehr “roh”), es waren so um die 80-90 °C beim zweiten Versuch.
Original recipe from: Raw Chef, The Best Thing Since Sliced Bread

1 Tasse Mandelmehl, von der Herstellung von Mandelmilch
1 Tasse Leinsamen, gemahlen
1 halber Apfel
4-5 getrocknete Tomaten in Öl
1/3 Tasse kalt gepresstes Olivenöl
1 EL Tamari oder Shoyu(Sojasauce)
1 El Zitronensaft
½ TL Salz
Getrocknete Kräuter, jeweils 1 TL Rosmarin und  Oregano

Die Leinsamen halten das Brot zusammen, sie haben ähnliche Eigenschaften wie Eiweiß(werden oft als Eiersatz im veganen Backrezepten verwendet). Gemahlene Leinsamen sind leider kaum erhältlich, da sie  sehr schnell verderben. In der Küchenmaschine hat das “Mahlen” bei mir nur sehr schlecht funktioniert, sogar meine Mühle hatte ein wenig Probleme . Was Abhilfe schaffen kann, ist eine alte Kaffeemühle. Nachdem die Leinsamen gemahlen wurden, bitte diese sofort verwenden oder einfrieren, sie verderben sehr schnell( können dabei auch einige ungesunde Substanzen entwickeln). Im Bioladen/DM Markt  habe ich auch geschrotete Leinsamen gesehen, ich denke, diese könnten auch gut geeignet sein. Ich habe meine Leinsamen auch mehr geschrotet als gemahlen, das reichte für dieses Rezept aus.

Mandeltrester zusammen mit dem geschnittenen Tomanten in Öl und dem grob geschnittenem Apfel in die Küchenmaschine geben, das Olivenöl zufügen, Tamari und Gewürze untermischen. Alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Am Ende die gemahlenen Leinsamen untermischen, es musste ein elastischer Teig entstehen.
Den Backofen auf 60° vorheizen. Große Backpapierblätter auf einem Backblech/Gitter ausbreiten und die Brotmasse darauf mit einem Löffel/breitem Messer ausstreichen(das geht sehr gut), der Teig lässt sich sogar ein wenig ausrollen. Ungefähr 1cm dick ausstreichen, mit einem Messer Konturen von Brot-Stücken in die Teigmasse drücken, damit das Brot nach dem Backen geteilt werden kann. Das Brot in den Backofen schieben, die Tür angelehnt/offen lassen. Bei 60°C  für 1-1,5 Stunden trocknen, zwischendurch immer wieder das Aussehen  kontrollieren. Nach dieser Zeit sollte die Oberfläche trocken sein, das Brot wesentlich leichter, und es sollte sich vom Backpapier abziehen lassen. Jetzt muss es noch abgezogen und umgedreht werden. Ab jetzt sollte das Brot nicht mehr auf dem Backpapier, sondern auf Metallgittern getrocknet werden, damit es gleichmäßig wird. Die Temperatur ein wenig runter drehen(so 50-40°C) und für 2-3 weitere Stunden trocknen.
Das Brot ist fertig, wenn es sich leicht anfühlt und die Oberfläche auf beiden Seiten trocken ist. Es lässt sich verschlossen 4-5 Tage im Kühlschrank aufbewahren oder auch einfrieren. Schmeckt sehr gut mit dem Cashewkäse oder Guacamole oder bärlauchpesto, frisches Gemüse oder Salat nicht vergessen! :-)

Notiz: ich habe die Temperatur zwischendurch mehrmals gemessen, ich gebe zu, so ganz “rohkostmäßig” ist es nicht geblieben, zwischendurch erreichte mein Brot um die 48°C. Aber, dadurch ist es schneller getrocknet, und ist immer noch sehr schonend gegart worden. Ich bin ja ein absoluter Anfänger auf diesem Gebiet, und mir ist schon klar, dass ich einige der „Rohkost-Vorgaben“ nicht erreiche. Aber, dieses Brot wollte ich unbedingt ausprobieren, da ich mit dem Gedanken spiele, mir so einen Excalibur Dehydrator zuzulegen, und einfach wissen wollte, wie solches Rohkost Brot schmeckt.

vegan recipes

Guacamole, Avocado-Dip

1 gute, organische, reife Avocado(Sorte “Hass” ist gut)
1 kleine Knoblauchzehe
frischer Saft einer halben Zitrone
1/2 Tl Salz, oder nach Geschmack

Die Avocado solle butterweich sein, bitte beim Einkauf auf die Qualität ein wenig achten, die besten Avocados bekomme ich in Bioladen/Ökokiste. Es gibt verschiedene Sorten, manche haben eine glänzend grüne schale, andere eine sehr dunkle, wie z.B. die Sorte Hass, diese ist sehr aromatisch.
Die Avocado schälen, den Kern entfernen und entweder einfach mit der Gabel zerdrücken oder, wenn man es sehr glatt haben möchte in der Küchenmaschine verarbeiten(ist aber schwierig bei kleinen Mengen). Zitronensaft sofort zufügen(sonst wird sie braun), Knoblauch fein reiben und untermischen, mit Salz würzen.
Guacamole ist herrlich als Dipp, zum rohen aber auch gegrillten Gemüse und natürlich mit dem Mandel Brot.

vegan cheese, homemade

Pesto verde, grünes Bärlauch Pesto

1 Bund Bärlauch oder Basilikum
1 handvoll Pinienkerne
1 handvoll Walnüsse
3-4 El Olivenöl
1 Tl Tamari oder gute Sojasauce
Salz
kleine Knoblauchzehe, fein gerieben
1 Tropfen Agavensirup oder ein Prise Sukanat Zucker
Optional: paar frische Blätter Basilikum (beim Bärlauch Pesto)

Alle zutaten in der Küchenmaschine zu einer glatten Paste verarbeiten. Köstlich!! Kann auch mit Pasta serviert werden. Anderes Bärlauch Pesto Rezept gibt es bei Torwen.

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10 Comments:

  1. ich muss dich mal unbedingt besuchen kommen *_* Das sieht echt super lecker aus!

    Und wegen deinem Kommentar (ist deine Mailadresse noch aktuell? :) )

    Token

    avatar 2011.04.23
    18:23

  2. Token, ja klar ist sie das. Du hast viel um die Ohren, nicht? Hoffentlich auch viel Spass :-) . Als ich von zu hause auszog, war ich ständig auf Parties, Konzerten usw. Meine Schule habe ich aber noch nebebei geschafft. ;-)

    Amatō

    avatar 2011.04.24
    09:37

  3. Hallo Amato,

    ich verfolge deinen Blog schon seit längerem und bin total begeistert!

    Wie fein und liebevoll du die Gerichte anrichtest, einfach eine Augenweide.

    Und natürlich dein Können der japanischen Küche, danke, dass du all die Rezepte mit uns allen teilst.

    Bis jetzt habe ich mich an noch keines heran gewagt – obwohl ich viel koche… – aber dieses Rezept hier ist gerade jetzt zur leichten Frühlingszeit perfekt!

    Ich werde mir dein “Raw of Brunch” heute zum Mitagessen zubreieten, kann es kaum abwarten, so lecker schaut es aus.

    Liebe Grüße

    Sophie-Louise

    avatar 2011.04.26
    08:36

  4. Sophie-Louise,
    vielen Dank, ich hoffe, Dir schmecken die Rezepte!

    Amatō

    avatar 2011.04.27
    09:23

  5. Hi Amato,
    du schreibst, dass am Anfang beim Trocknen von Rohkostbrot auch 60° in Ordnung sind. Kannst du mir sagen, woher du diese Information hast, da ich dasselbe schonmal bei einem Rohkost Rezept auf einem anderen Blog gelesen habe und mich frage wieso das so ist.

    P.S. dein Blog ist so toll :)

    Denise

    avatar 2012.03.01
    11:49

  6. Hallo Denise,
    diese Info ist z.B: aus dem Buch “Sweet Gratitude”, viele Webseiten/Blogs mit Raw Foods geben das auch an. Das liegt daran, dass die Lebensmittel selbst nicht wärmer als 40°C werden, da am Anfang erstmal die Feuchtigkeit/Wasser entzogen wird, somit erhitzen sie sich nicht. Nach einiger Zeit soll man die Temperatur unbedingt wieder runter drehen. In dem Buch ist ein ganzer Kapitel zu diesem Thema.

    Danke! :-) (fürs Kompliment)

    Amatō

    avatar 2012.03.01
    13:35

  7. Hallo :)
    Ich wollte nur sagen, dass ich deinen Cashewnuss Käse gemacht habe und es ist SO lecker geworden :D schmeckt mir besser, die Sojavarianten, die man online bestellen kann :)
    LG

    Usagi

    avatar 2012.03.29
    21:12

  8. das sollte heißen: es schmeckt besser ALS die Sojavarianten… ^^

    Usagi

    avatar 2012.03.29
    21:13

  9. Usagi, mir auch, ich finde den auch sooo viel beser als einige der sog. “Frischkäsesorten”. :-)

    Amatō

    avatar 2012.03.30
    10:06

  10. Ups. Wäre schön gewesen, wenn Du dazu geschrieben hättest, dass man die Keime nicht mit in den Cashewkäse gibt.
    Ich hab die einfach mitpüriert. Ich hoffe, ds wird trotzdem was. Ist denn der Käse dann immer noch glutenfrei?

    SusePilgrim

    avatar 2012.11.04
    16:52

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