Japanisches Neujahr: Kagami Mochi


Japanisches Neujahr: Kagami Mochi

お正月 O-shōgatsu, das japanische Neujahrfest hat einen ähnlichen Stellenwert für die Japaner wie für uns das Weihnachtsfest. Die ganze Familie kommt zusammen, es werden traditionelle Osechi Gerichte gereicht, außerdem finden viele mit dem Neujahr verbundene Rituale und Zeremonien statt wie z.B. Nengajo(Neujahrskarten werden gebastelt und verschickt ) oder Otoshidama(Kinder bekommen Taschengeld) auch Spiele wie Drachensteigen(Takoage) oder Koma(Spiel mit einem Würfelkreisel) und vieles mehr.

鏡餅 Kagami Mochi, übersetzt „Spiegel Reiskuchen“, gehört zu den traditionellen Dekorationen für die Neujahr Feierlichkeiten und wird auf dem Hausaltar aufgebaut. Ein kleineres rundes Mochi sitzt auf einem größerem, oben befindet sich eine Dadai, eine Orange mit einem grünem Blatt. Die beiden runden Mochi repräsentieren das Kommen und Gehen der Jahre, das Yin und Yang oder Mond und Sonne, hier gibt es mehr Informationen über die Bedeutung der einelnen Elemente.
Die meisten Japaner sind Buddhisten, aber auch Angehörige des Shintō, beide Religionen spielen in ihrem Leben eine große Rolle und sind miteinander vermischt. Kagami Mochi ist somit ein Shintō Ritual und richtet sich an Kami, die Gottheiten des Shintō. Die Bezeichnung Kagami  kommt wohl von der Ähnlichkeit mit alten Kupferspiegeln, welche die Kami Gottheiten repräsentieren. Das Mochi sei „ein Essen für die sonnigen Tage, darin sei der Geist der Reispflanze zu finden“(aus Wikipedia).
Später wird das harte und trockene Kagami Mochi während eines Shintō-Rituals namens Kagami Biraki (Spiegel-Öffnen) mit einem Hammer zerbrochen und in einer heißen Ozoni, der Neujahrs Suppe gegessen. Die Fäden, die das Mochi dabei zieht, sollten ein langes Leben bescheren.

Für die Herstellung von Kagami Mochi braucht man unbedingt Mochi-ko, japanisches Klebreismehl. Bis vor kurzem war Mochiko in Deutschland nicht erhältlich, seit kurzem ist es bei Dae Yang im Sortiment. Wie weit das Rezept mit Shiratamako, dem anderen Klebreismehl funktioniert, kann ich nicht sagen, ich denke aber, das Mochi würde eventuell zu gummiartig werden. Ich verwende mein selbst gemachtes Mochiko(ob dieses gut ist, dass können Haruko und Lydia beantworten, sie haben welches von mir bekommen, aus “eigener Herstellung”). ;-)
Die Qualität und Geschmack des Mochiko hängt natürlich vom der Qualität der verwendeten Reissorte, auch ein Grund, warum ich dieses Reismehl lieber selbst herstelle, ich verwende die besten Klebreissorten, die ich bekommen kann.
Mit diesem Rezept hergestellte Mochi entsprechen den kleinen, harten Mochi, die getrocknet und einzeln in Folie eingeschweißt angeboten werden. Diese Sorte wird hauptsächlich herzhaft gegessen, z.B. kurz gegrillt in der Suppe oder als Isobe Maki(gegrilltes Mochi in ein Stück Nori Alge gewickelt mit Sojasauce und ein wenig gerieben Daikon).

Tipps für Herstellung von Mochi-ko

Hier noch paar Tipps, wie man ohne Getreidemühle aus japanischem Klebreis eine kleine Mengen Mochi-ko Klebreismehl herstellen kann. Das Reismehl wird wahrscheinlich nicht so fein sein, aber für die Herstellung von Kagami Mochi (für zu hause) bestimmt ausreichen(sonst empfehle ich, das Reismehl zu kaufen).
Mochigome Reis gründlich waschen, abtropfen lassen und auf  einem Geschirrtuch zum trocknen ausbreiten. Man kann den Reis auch für ca. eine Stunde im Backofen trocken, bei 50°C und offener Tür. Der Reis muss sehr trocken sein!
Jetzt wird der Klebreis vermahlen(mehr oder weniger), dafür eignen sich folgende Gerätschaften: eine alte Kaffeemühle mit Kurbel oder eine elektrische oder eine Küchenmaschine mit einem Aufsatz für Milch-Shakes, diese hat genug Kraft, um die Reiskörner einigermaßen zu zerkleinern .
Ich habe es in der Küchenmaschine versucht: immer wieder kurz einschalten(pulsieren). Ein Pürierstab ist leider nicht geeignet, das hat nicht genug Kraft! Durch die hohe Geschwindigkeit des Mixers werden die Reiskörner immer wieder hoch geschleudert, trotzdem sollte man den Reis immer wieder schütteln(samt Becher).
Nachdem alles so klein zerhackt ist wie möglich(es ist eben keine Mühle), muss das Pulver noch durch ein sehr feines Mehlsieb gesiebt werden. Die übrig geblieben, größeren Stückchen nochmals in den Mixer geben oder auch mit Hilfe eines Suribachi oder anderen Mörser zerkleinern.
Ja, ich weiß, das  hört sich alles recht aufwendig an, für kleine Mengen ist es aber sehr gut geeignet. Echtes Mochi-ko wird eigentlich ein wenig anders verarbeitet, dafür braucht man aber spezielle Geräte.

kagami mochi

Rezept für Kagami Mochi

150g Mochi-ko, japanisches Klebreismehl
150 ml Wasser
Prise Salz
kleine Schale mit Salzwasser

Das Mochiko Klebreismehl  zusammen mit dem Wasser in einer hitzefesten Glasschale vermischen, so dass eine glatte Paste entsteht. Das Wasser erstmal nur in kleinen Schritten zufügen, damit sich keine Klumpen bilden.

Die Schale zudecken und den Mochi Teig  entweder in einer Mikrowelle oder in einem Dampfkörbchen garen. Ich habe erstmal die Mikrowelle getestet: auf mittlere Stufe 5 Minuten lang erhitzen, rausnehmen und umrühren, dann nochmals für 5 Minuten erhitzen. Wieder rausnehmen und den Teig umrühren, jetzt sollte das Ganze schon recht klebrig sein und einen Klumpen gebildet haben, der sich von den Wänden der Glasschüssel löst. Noch mal für 2-3 Minuten erhitzen und rausnehmen. Das Mochi sollte jetzt durchsichtig und relativ fest sein, es klebt zwar, aber nicht so stark wie z.B. Daifuku Mochi.

Ein Stück Backpapier mit dem Salzwasser besprenkeln und das Mochi, solange es heiß ist, in dem Backpapier kräftig durchkneten(ein Stück Stoff wäre auch möglich, es ist aber wesentlich leichter, Backpapier zu verwenden, das Mochi haftet weniger dran). Sollte es anfangen zu kleben, immer wieder mit dem Salzwasser anfeuchten, dann lässt es sich sehr gut kneten. 2-3  Minuten durchkneten, bis das Mochi schön elastisch ist. Kleinere Stücke abzupfen und in eine runde Form bringen. Für Kagami Mochi einen großen und einen kleinen Mochi Ball formen und gleich aufeinander stellen(habe ich nicht gemacht, das war ein Fehler).

Jetzt kann das Kagami Mochi an einen kühlen, trockenen Ort für 2-3 Tage zum Trocknen aufgestellt werden.

Guten Appetit!

Ich versuche momentan, nicht süßes Mochi direkt aus Reis herzustellen, das hat aber bis jetzt noch nicht wirklich geklappt(bzw. eigentlich schon, das wäre dann aber ein Mochi Tsuki Artikel). ;-)
Mochi werden traditionell bei der Mochi Tsuki Zeremonie hergestellt: Mochigome Reis wird gedämpft und gestampft, bis ein gleichmäßiger, zäher „Klops“ entsteht. Heutzutage gibt es natürlich elektrische Mochi-tsuki Geräte, viele Haushalte in Japan verwenden eben diese.

Nachtrag: Charsiubau hat Erfolg gehabt, Mochi mit einer Brotbackmaschine zu machen, jetzt hoffe ich, dass sie mir die Marke sagt!:-) So cool, bin total begeistert!
Danke Charsiubau!

Bei mir hat dies mit meiner billigen Brotmaschine nicht funktioniert, die ist dabei fast in Einzelteile zersprungen, da Mochi Teig so zäh ist. Ist aber eben ein billiges Ding, bin gespannt ob meine  “Brotbackmaschine”  überhaupt Brot backen kann.

Maki von Just Hungry hat Mochi mit einer Kitchen Aid Küchen Maschine herstellen können, auch toll, leider sid diese tollen Küchenmaschinen irre teuer, um die 500EU…
Thank you Maki!

Die beste Zeit, um jedes Problem zu lösen ist, bevor ein sichtbares Zeichen erscheint. Kaufen Medikamente online kann eine kostengünstige Methode, um Budget auf Rezepte zu sparen. Kamagra ist eine der besten Behandlungsmöglichkeiten aller Zeiten. Was ist mit http://kamagra-de.biz/kamagra-in-deutschland.html und sexuellen Gesundheitsproblemen? Wahrscheinlich hat jeder Mann davon gehört kamagra Deutschland. Eine medizinische Forschung über kamagra in Deutschland fand, dass die häufigste sexuelle Störung der Männer ED ist. Die Anzeichen von sexuellen Störungen bei Männern sind das Versagen, eine für die sexuelle Funktionsweise ausreichende Erektion zu erhalten. Ist es ernst Mal schauen. Es gibt Nebenwirkungen mit jeder Art von Heilmittel möglich. Denken Sie daran, dass die Bestellung erektiler Dysfunktion Medikamente ohne Rezept kann unsicher sein.

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14 Comments:

  1. Gerade eben wollte ich Dich fragen ob Du ein Rezept für Kagamimochi haben möchtest, was für ein witziger Zufall *g*.
    Werde Deines auf jeden Fall ausprobieren! Aber mal sehen wie die Kagamimochi die ich eben mache werden :-)
    Hach, Dein Teig sieht so wunderbar glatt aus. *bewunder*
    Ich habe gehört dass man den Teig auch in vorgefertige Formen geben kann (wie etwa halbrunde Tupperschalen in zwei Größen oder ähnliches) danach 1-2 Tage trocknet und dann aufeinanderstürzt, so soll es auch recht gleichmäßig werden. Na mal sehen wie´s wird ^_^

    Karupin

    avatar 2010.12.29
    18:51

  2. Du bist enorm fleißig! Dies Rezept ist der perfekte Anlass, dein Mochiko zu probieren! Aber ich zweifle ohnehin nicht an der Qualität

    Kikuyu

    avatar 2010.12.29
    19:45

  3. Es hat geklappt!!! *stolz ist*

    Karupin

    avatar 2010.12.29
    21:38

  4. Karupin,
    hast Du ein Original Kagami Mochi Rezept? Das würde mich sehr interessieren-meines ist durch Ausprobiern entstanden, ich hatte keines. Es ist aber gut geworden, erinnert eben sehr an die gekauften Mochi. Der Tipp mit den Formen ist gut, ich habe schon etwas ähnliches auch probiert, nur meine Mochi Stücke waren zu groß(bzw. ich habe nur weiche Silikonforen)
    Mochi aus Reis Rezept war wieder nix-zum wiederholten mal…

    Kikuy oder Lydia, was ist Dir lieber??
    Irgendetwas muß man tun, wenn man schon seit 5.30 morgens wach ist-bin zur Zeit wiedermal im Wahn… ;-) Dein altes Ehepaar wurde heute auch endlich fotografiert, muß aber noch mal machen(bin wieder unzufrieden) Bald ist ja Mochi Tsuki, nicht? :-)

    Amatō

    avatar 2010.12.30
    03:05

  5. weil alle mit mir schimpfen wegen des echten namen *schmoll*…
    hihi, ich freu mich schon auf die bilder.
    eigentlich hatte ich für haruko und dich etwas für Neujahr vorbereitet. Nachdem ich aber leider keine freien straßen herbeibeten kann und ich neulich selbst ein paket erst 10 tage nach dem ausliefertermin bekam, kann ich das echt vergessen. Naja, so kann es dann bis zum nächsten Neujahr gut durchziehen *nachmalschmoll*.

    Kikuyu

    avatar 2010.12.30
    05:05

  6. Liebe Amatô,

    Erstmal vielen Dank für das tolle Schneeball-Kukki Rezept! Es ist großartig.
    Habe sie heute ausprobiert und sie zergehen wirklich auf der Zunge!
    Das Rezept für Kagamimochi sende ich Dir gleich!

    Karupin

    avatar 2010.12.30
    22:42

  7. *kicher* Lydia hätte genausogut ein Nick sein können – mich hat der Wechsel ehr verwirrt…
    *mal tröst* hier ging auch nichts wegen des Schnees, also lass dir mal keine grauen Haare deswegen wachsen, die kommen noch früh genug.
    In dem Sinne allen einen guten Rutsch!
    *flitzt wieder los Mochi kneten*

    Haruko

    avatar 2010.12.31
    07:06

  8. Vielen Dank Karupin! Freut mich, dass Du die Plätzchen mochtest. :-)

    Amatō

    avatar 2010.12.31
    12:00

  9. Frohes Neujahr!
    Ich habe eigentlich nicht vorgehabt, irgendein Mochi zu stampfen;) Dann habe ich jetzt schon öfter davon gelesen und musste es einfach mal ausprobieren! Wie hat denn die Konsistenz des fertigen Mochis zu sein? Weich und glatt wie das aus Mehl? Ich werde im Laufe des Tages mein Resultat noch in meinem Blog posten. Aber da ich noch nie so ein Mochi aus frischem Reis gegessen habe, weiss ich nicht so recht, ob die Konsistenz richtig ist. Ich hoffe, du kannst mir ein bisschen helfen! Danke!
    LG
    charsiubau

    charsiubau

    avatar 2011.01.01
    13:22

  10. Charsiubau,
    auch Dir frohes Neujahr! :-)
    also ich bin sofort zu Dir “rüber” gerannt, und für mich sehen die von Dir gemachten Mochi genau richtig aus. Das Rezept hier(Kagami Mochi) macht sehr feste Mochi, es ist ja auch ganz anders, als aus frischem Reis, mehr eine Notlösung und Versuch. Bin mir sicher, dass Deine Version mit der Brotmaschine oder die von Maki viel besser ist!

    Ich verlinke das mal, ja?
    Danke für den Tipp!

    Amatō

    avatar 2011.01.01
    16:07

  11. ich wünsche dir nachträglich einen guten Rutsch ins neue Jahr Amato! *wink* Ich habe dir eigentlich schon im vorigen Post versucht Kommentare zu schreiben, aber da kam dann immer eine Meldung, dass der Server nicht erreichbar wäre…

    Token

    avatar 2011.01.01
    22:45

  12. Danke Token, auch Dir ein nachträgliches frohes Neujahr!
    Ja, die Probleme hier werden immer größer, aber in 2-3 Tagen findet endlich der lang ersehnte Server Umzug statt, dann werden die chaotischen Zustände hoffentlich aufhören.
    Danke für den Hinweis, das haben mir auch schon andere immer wieder berichtet, dass es mit dem Hinterlassen von Kommentaren Probleme gibt…

    Amatō

    avatar 2011.01.02
    12:03

  13. hi!! ich hab deinen blog eben entdeckt und bin begeistert!!! letztes jahr war ich in japan und hab mich in mochi verliebt (oder diese daaaa-irgendwas, habs grad gelesen und schon wieder vergessen, ohje, das hirn…)…werd mit sicherheit deine rezepte ausprobieren (gib mir nur ein bisschen zeit, meine to-koch-liste ist recht lange ;-) ), danke für die tolle seite!!! lg Ulli

    Ulli

    avatar 2011.02.17
    15:20

  14. Ulli, Du meist “Dai-fuku” nicht? ;-)
    Daifuku nennt man gefüllte Mochi, aber hier in Deutschland nennen alle eigentlich alles “Mochi” was nur irgendwie mochi-artig ist. Kann einen Japaner zum Verzweiflung bringen…
    Probiere für Anfang am besten die Bota /Ohagi Mochi, die sind sehr lecker und sehr einfach für Anfänger, Daifuku lieber etwas später. ;-)

    Amatō

    avatar 2011.02.17
    16:16

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