Tsukimi Dango

September Wagashi: Tsukimi Dango

In Japan wird beim ersten Vollmond im Herbst 月見Tsukimi, das Mondfest, zelebriert. Wortwörtlich bedeutet Tsukimi, manchmal auch Otsukimi, soviel wie “Mondschau”, diese wirklich alte Tradition kommt aus der Jōmon-Zeit(1000-300 v. Chr.) Tsukimi Fest fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum, da es sich nach dem Mondkalender richtet, dieses Jahr war es der 22 September. Auf dieser japanischen Seite kann man nachsehen, wann das Fest nächstes Jahr stattfindet.

Die Tradition des Tsukimi Fests beruht unter anderem darauf, dass der Herbst Mond als der schönste überhaupt gilt. Das hängt zusammen mit den Positionen der Planeten und der Sonne, in dieser Zeit ist der Mond besonders schön beleuchtet. Es gibt einige Feiertage, die mit dem Mond verbunden sind, diese Traditionen wurden aus China übernommen, vom dem dortigen Mond Festival, auch Mittherbstfest genannt.

Feste Bestandteile von Tsukimi sind eine aus Susuki Gras(Chinaschilff) gemachte Dekoration, und Tsukimi Dango. Eine sehr schöne Beschreibung hat Lydia geschrieben, sie hat nämlich seit kurzen einen sehr schönen Blog angefangen, Washi and Silk:

“Im Freien (bzw. an einem offenen Fenster) wird ein Tisch aufgestellt, an einem Ort, an dem man den Vollmond besonders gut sehen kann. Der Tisch wird mit Tsukimidango , gekochtem Gemüse und Früchten gedeckt. Eine Vase mit den sieben Gräsern des Herbstes wird hinzugestellt. Auch ein Stück Rasen wird oft in einem nahe gelegenen Park ausgestochen und dazu gestellt. Es wird Sake getrunken, man bewundert den Mond und versucht seine Schönheit in Worte zu fassen. Es wird musiziert und die Kinder bekommen die Geschichte von dem Hasen im Mond (Tsuki no Usagi) zu hören, der zur Strafe für seine Frechheit dort oben mit einem großen Holzhammer Reis zu mochi stampfen muss.
Auch Teezeremonien, Ikebana, Shakuhachi-Flöte spielen und Live Performances sind sehr beliebt.”

Auf Lydias Blog erfährt man außerdem z.B: wie ein Temari gemacht wird, mit sehr guten Anleitungen, mehr über japanische Feiertage und vieles aus dem Bereich von traditionellen japanischen Handarbeiten. Ich habe Lydia bei Aufbau ein wenig geholfen, aber nur das Technische, wir haben es sogar recht schnell hinbekommen. ;-) (puuuh, mein Glück…)

Das besondere an Tsukimi Dango ist, dass sie auf einem kleinen Ständer(Sanpo) aufgeschichtet werden, um sie dann auf dem Hausaltar den Göttern zu widmen. Sie werden nicht auf Spießchen serviert.  Außer Dango werden auch Süßkartoffeln, Kastanien und Edamame Bohnen dargeboten. Es gibt eine Reihe von Speisen, die mit dem Vollmond assoziiert werden, sie werden 月見料理 tsukimi ryōri genannt. Zu den bekanntesten gehören, neben Tsukimi Dango, Tsukimi Soba oder Udon: Nudeln in einer heißen Brühe, in die ein rohes Ei hinein geschlagen wird. Das Eigelb repräsentiert den Vollmond.

Da ich keinen echten Sanpo habe, würden meine Tsukimi Dango auf einem  ähnlichen kleinen Tablett aufgebaut. Das auf den Bildern wird aber eigentlich für die Verehrung von Ahnen verwendet, im August gibt es einen Feiertag, der O-bon heißt. Zu diesem Tablett gehört ein Set von winzigem Geschirr, hier werden den Ahnen einige Speisen dargeboten, die nur für sie bestimmt sind, das heißt, sie werden nicht einfach hinterher gegessen. Ich habe dieses Set auf einem Flohmartkt erstanden, es ist sehr hübsch und ziemlich alt, dafür aber in wirklich gutem Zustand, es ist aus Holz, mit einer Urushi Lackierung. Das kleine Geschirr fasziniert mich sehr, auf dem Bild ist nur ein Teil davon zu sehen, es ist ein komplettes Set für die “Geister”. :-)

Was Tsukimi Dango anbetrifft, es gibt kein “spezielles” Rezept dafür, sie werden einfach wie alle anderen Dango aus Reismehl gemacht, aber mit der “Hausfrauen Methode”, wie ich sie nenne. ;-)
Neben dem ein wenig aufwendigen Rezept wie bei Mitarashi Dango gibt es noch 2 andere Grundrezepte für Dango. Zuerst dieses hier, es ist besonders einfach: Reismehl(Joshinko) mit Wasser kneten, bis ein fester Teig entsteht, Dango formen, im Wasser kochen – fertig. Dieses Rezept ist so einfach, dass es meistens auf der Reismehl Packung angegeben wird, oft mit kleinen Bildern(siehe unten), so dass man der Anleitung auch ohne Japanisch Kenntnisse folgen kann. Ich persönlich mag diese Dango Variante, die Reisbällchen haben eine angenehme, nicht so “gummige” Textur. Für diese Art der Herstellung eignet sich nur das echte Joshin-ko, man sollte aber wirklich nur die originalen Mehlsorten verwenden. Bei dem anderen Reismehl aus Thailand oder China stimmt der Geschmack einfach nicht, und nein, ich bin nicht überempfindlich, es ist wirklich so. ;-) Genug Tests durchgeführt,und immer wieder andere nach der Meinung gefragt.

Die dunklere Farbe der unteren Dango ist wegen Genmai-ko (Naturreismehl), ich habe mit Hilfe meiner Getreidemühle Genmai Reis zu Mehl verarbeitet. Ich stelle schon seit länger einige meiner Wagashi Mehlsorten selber her, sogar Shiratama-ko, das ist aber sehr aufwendig. Der Vorteil daran ist, wenn man eine gute Reissorte verwendet, ist der Geschmack unglaublich gut, ein großer Unterschied. Leider hat es hier mit dem Naturreismehl nicht so gut funktioniert, es war aber auch der erste Versuch. Ich persönlich bin an sich kein so großer Dango Freund, finde es immer seltsam, dass alle immer nur Dango machen wollen… ;-)

Dango Grundrezept

100g Joshin-ko Reismehl
ca. 80ml Wasser(stilles)
Prise Salz

Das Mehl(und Salz) in eine Schüssel geben, nach und nach das Wasser unterkneten. Das Wasser bitte nicht auf einmal reinschütten, die Wassermenge kann ein wenig variieren. Das ist wirklich wichtig, das Wasser nur in kleinen Schritten zufügen, sonst wird der Teig zu flüssig. Dann einen geschmeidigen Teig kneten, mit der Weichheit eines Ohrläppchens. Der Teig sollte nicht klebrig oder nass sein, aber auch nicht reissen, wenn man versucht etwas daraus zu formen. Wenn die richtige Konsistenz erreicht ist(das geht schnell), kleine Bällchen formen und ins kochende Wasser geben. Sobald die Dango auf der Oberfläche schwimmen, sind sie fertig.
Die Reisbällchen rausnehmen, mit kaltem Wasser kurz abschrecken und abtropfen lassen.

Möchte man Tsukimi Dango machen: die Reisbällchen auf einem Tablett ausbreiten und vollständig trocknen lassen. Normalerweise kleben diese Dango nicht so stark, man braucht also keine Stärke, sie können dann übereinander geschichtet werden. Nachdem man den Mond betrachtet hat ;-) , können die Dango gegessen werden: mit ein wenig Anko, oder Sesampaste oder Mitarashi Sauce. Die Dango schmecken am besten, wenn man sie vor dem Verzehr noch kurz grillt, wie in diesem Rezept. Nach meinem Wissen werden Tsukimi Dango meistens gegrillt und mit Mitarashi Sauce verzehrt.

Guten Appetit!

Das weiße Keramik Häschen ist ein 香合 Kogo, ein kleiner Behälter zur Aufbewahrung von Weihrauch, welches bei einer Teezeremonie verwendet wird. Kogo Behälter gibt es in sehr vielen Formen,  aus Holz oder Keramik, sie gehören zu  traditioneller Teezeremonie Ausstattung.

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13 Comments:

  1. Die sehen klasse aus! (und Du hast mir mehr als nur ein bischen geholfen!)

    Lydia

    avatar 2010.09.30
    16:35

  2. Juhu, die Mondbällchen! Nun fehlt nur noch wolkenloser Himmel zu Vollmond… zur Teezeremonie Samstag gibts trotzdem Kimi-shigure, die hab ich ja schon mal gemacht.

    Haruko

    avatar 2010.09.30
    19:20

  3. Hi,
    die sehen wirklich super lecker aus. Wie lange brauchen die Baellchen ca um an die Oberflaeche zu kommen? Das variiert mit der Groesse nehme ich an, aber ich war mir nicht sicher was fuer eine Groesse richtig ist. Will sie unbedingt ausprobieren sobald ich das richtige Mehl gefunden hab. ^_^
    Danke!

    Koryu

    avatar 2010.10.01
    17:57

  4. Haruko,
    Kimi Shigure schmecken eh besser, ;-) ich bin echt nicht so der Dango Freund. Dafür sind Dango sehr einfach.

    Koryu,
    das sind so 5 Minuten, sie liegen am Anfang unten, am Topfboden.Wenn Du genug Wasser im Topf hast, kannst Du den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen. Das Mehl bekommst Du bei Dae Yang,unter shopping, wenn Du in einer Großstadt wohnst bestimmt auch dort. :-)

    Amatō

    avatar 2010.10.02
    08:43

  5. Danke Amato!
    Ich wohne neben London…aber irgendwie komm ich nie zu den japanischen Laeden oO. Werde Dae Yang mal versuchen. Der asiatische Grosseinkaeufer wo ich in London hinfahre hatte es leider nicht.

    Danke auch fuer die ungefaehre Zeit. Ich hab einen grossen Topf, aber manchmal bin ich bissel paranoid bei Zeiten. ^^; Wenn man nur einmal die Kueche verlaesst…

    Koryu

    avatar 2010.10.03
    12:35

  6. Koryu,
    in London gibt es das Japan Center und noch einige andere japanische Supermärkte, da bekommst Du bestimmt Joshinko.
    Am besten vorher mal anrufen und fragen, ob sie das haben, bevor Du hinfährst.
    Ich habe auch einige Adressen von Online Shops in UK ,die Joshinko haben, sag mir Bescheid, wenn Du sie brauchst, Du musst nicht extra in Deutschland bestellen.

    In London ist auch Minamoto Kitchoan, warst Du dort schon mal??? Die haben super leckere Wagashi! Man, bin neidisch… ;-)
    Google mal Minamoto. :-)

    Amatō

    avatar 2010.10.04
    09:09

  7. In Londong gibt es auch ein Udon-ya – und die Speisekarte lässt mich Bäche sabbern ;_; Es ist das Udon ya namens Koya -> http://www.koya.co.uk/ Ich will da hin!
    Und dein Bericht ist auch wieder toll Amato – habe gleich darauf verlinkt, in meinem Artikel über Mondkuchen :)

    Token

    avatar 2010.10.04
    10:31

  8. Du hast Mondkuchen????

    Lydia

    avatar 2010.10.04
    11:01

  9. @ Lydia leider nicht selbst gemacht ;-) Aber charsiubau (ein anderer Bentoblogger) hat glaub ich sogar ein Rezept. Und ich hab ja sogar Förmchen dazu… ich geh mal nach eventuellen Rezepten suchen! ^^

    Token

    avatar 2010.10.04
    14:15

  10. Token/Lydia,
    wenn ihr Mondkuchen Rezepte wollt, ich habe welche, auch Formen dafür. Würde ich auch gerne ausprobieren, manche Rezepte sind aber leider mit Tier-Schmalz, das kann man bestimmt ersetzten.
    Token, ich berichtige gerade die Mochi Rezepte(aus Reis), schau mal bitte rein, Du musst das Mochi nicht pink färben, mach einfach Tsubaki Mochi. :-)

    Amatō

    avatar 2010.10.04
    15:50

  11. ich hätte die wenn sowieso mit nem ankoball anstatt mit dotter gemacht. bin doch so ne süße ^^. gelbes mung-anko in lotos-an gebettet… ich hab aber noch keinen anbieter für schönen formen entdeckt. naja, vieleicht nächstes jahr…

    Lydia

    avatar 2010.10.04
    15:55

  12. Lydia,
    mit Anko Ball sowieso, diese salzigen Eigelbe sind eh nicht mein Fall, und auch recht stressig zu machen. Man kann Mondkuchen auch nur mit Anko füllen, so werden sie oft in Japan gemacht, nicht unbedingt immer mit Lotuspaste.
    Na dann mache ich mich mal an das Rezept dran…
    Bin mom. aber wieder mal im Nerikiri Wahn, und es KLAPPT NICHT! :-( Es ist der 2 Tag hintereinander, ich will das aber ENDLICH hinter mich bringen…Gott, ich hasse dieses Zeug… ;-)
    Ich könnte heulen… Ich weiss nicht, zum wievielten Mal ich das schon versuche, endlich einen Nerikiri Artikel fertig zu machen…

    Amatō

    avatar 2010.10.04
    17:48

  13. Amato / Token
    Die Links fuer die UK waeren super. Ich wohne zwar neben London, aber doch bissel weg. ;)

    Beim Japancentre habe ich diese Woche zum ersten mal geordert um Harumi Kuriharas Rezepte aus ihrem Buch “Everyday Harumi” nachzukochen. Bin schon gespannt.

    Von Minamoto Kitchoan habe ich in meinem “Cakes and Sugarcraft” Magazin gelesen und will seitdem unbeding dahin. Von dem Udon-ya habe ich noch nicht gehoert, aber es kommt auf meine Liste. Endlich kann ich mal kochen und essen gehen…Job sei dank. ^_^
    Danke fuer die Tipps.

    Lydia / Token
    Mhm…Mondkuchen. Habe im letzten Jahr welche gekauft aber die lagen so schwer im Magen das ich wirklich auch mal selber welche versuchen sollte.
    Mit Mungobohnen Paste waeren sie bestimmt lecker! Ich hatte welche mit Ei um sie meinem Freund vorzustellen. ^^;

    Koryu

    avatar 2010.10.04
    22:30

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