Wassermelone-Granité
Wassermelonen-Granité und
Suika Kanten
Das auf dem Photo weiter unten ist nicht ein “perfekt” geschnittenes Stück Wassermelone, nein. Es ist „Suika Kanten“, ein sommerliches Wassermelonen Gelee, das andere Dessert ist ein Eis, Wassermelonen Granité .
Was ist ein Granité? Ähnlich wie ein Sorbet, nur Sorbet wird in der Eismaschine unter Rühren gefroren, beim Granité wird darauf verzichtet. Dadurch bilden sich Kristalle und es wird nicht so cremig, eigentlich ist es sehr ähnlich wie かき氷 Kakigōri, das japanische „shaved ice“(wie heisst das auf Deutsch? Rasiertes Eis? Geraspeltes Eis?).
Der Name „Granité“ leitet sich vom italienischen „grano“ ab, was „Korn“ bedeutet. Beide Eissorten werden aus Fruchtsaft/Püree gemacht. Das Wassermelonen Granité ist extrem einfach herzustellen, und wirklich sehr gut und erfischend. Es reicht auch, es halbe Stunde vor dem Verzehr aus dem Gefrierfach rauszunehmen, antauen lassen und dann abschaben, und mit der Gabel zu zerdrücken, dann hat es eine sehr angenehme Konsistenz.
Das Suika-Kanten(suika ist japanisch für Wassermelone) ist ein wenig komplizierter, aber auch nicht schwer. Eigentlich sollte es das zweite Rezept einer kleinen Yokan Reihe sein, angefangen mit Kingyoku-kan, “Yokan ohne Anko”. Leider ist sehr viel schief gegangen, so musste ich umdisponieren.
Neben dem relativ bekannten Yokan aus Azuki Bohnen gibt es noch einige andere Yokan Rezepte, die Basis dafür bildet immer klares Kingyoku-kan: Kanten wird im Wasser gelöst, und mit Zucker und Mizuame gekocht. Dann werden andere Zutaten hinzugefügt, Aroma oder wie hier Fruchtsaft, diese Art nennt man Kajitsu- Kan(Frucht Yokan). Meine Probleme fingen leider mit der Kantensorte an, um gutes Kingyoku-kan herzustellen, braucht man anscheinend unbedingt Ito-Kanten. Das mit Flockenkanten hergestellte Kingyoku-kan war unglaublich hart, wie ein Brett. Das Wassermelonenkanten sollte auch eine untere grüne Schicht(die “Schale” der Wassermelone) aus Yoshino-kan haben, eine andere Yokan Art mit Kuzu Stärke. Leider ist die Schicht überhaupt nicht fest geworden und hat sich auch nicht mit der oberen verbunden(Katastrophen Photo ganz unten). Letztendlich ist auch das Suika Kanten hier viel eher ein Dessert als Frucht-Yokan. Weitere Versuche stehen auf dem Tagesplan, auf ein Neues…Aber beides schmeckt fantastisch!

Wassermelonen Granité
500g Wassermelone
50g Zucker
50ml Wasser
Zitronensaft einer Zitrone
2-3 El Crème de Cassis Likör(oder Himbeergeist), auch Kirsch/Erdbeersirup möglich
Als „Kerne“: Kuro Mame Ama-ni oder schwarze Tapiokaperlen
Die Mengenangaben sind nur so ungefähr, hängt davon ab, wie viel Wassermelone verarbeitet wird.
Das Granité kann man auch mit eingefrorenen Himbeeren oder Erdbeeren aufbessern, wenn die Wassermelone nicht so aromatisch sein sollte.
Der Alkohol sorgt, genauso wie der Zucker, nicht nur für den Geschmack sondern auch dafür, dass das gefrorene Sorbet/Granité nicht zu hart ist.
Aus dem Zucker und Wasser einen Sirup herstellen: Wasser kurz aufkochen, Zucker schmelzen. Abkühlen lassen.

Die Wassermelone aufschneiden, und das Fruchtfleisch in eine Küchenmaschine geben, die Kerne entfernen, ich habe eine Sorte erwischt, die kaum welche hatte. Das Fruchtfleisch glatt pürieren, Zuckersirup, Zitronensaft, Cassislikör oder Sirup zufügen, und probieren, nach eigenem Geschmack noch nachsüßen, oder mehr Zitronensaft zufügen. Die Küchenmaschine noch mal kurz anschalten, damit alles gut vermischt ist.
Das Fruchtpüree in ein flaches, breites Gefäß geben, am besten aus Edelstahl, dann gefriert es besonders schnell. Nach einigen Stunden aus dem Gefrierfach nehmen, antauen lassen und das Granite abschaben, mit Gabel zerdrücken, damit es cremiger wird. Mit süßen, schwarzen Sojabohnen oder Tapiokaperlen als „Melonenkerne“ servieren.
Wenn man das Eis am Vortag macht, wird es sehr fest durchgefroren sein, wie ein Block. Das ist nicht schlimm, auch hier einfach 30 Minuten antauen lassen, und mit einer Gabel zerdrücken/durchmischen, um die Wasserkristalle zu zerbrechen.

Suika Kanten
700ml Saft der Wassermelone
150ml Wasser
3g/ 2 große EL Kantenflocken
2 EL Mizuame
50ml Zucker
Zitronensaft von 1/2 Zitrone
Einige schwarze Sojabohnen, Kuro-mame ama-ni oder schwarze Tapiokaperlen
Kuzu-kan:
20g Kuzu Stärke
200ml Wasser
1 g Kantenflocken
30g Zucker
2 TL Matcha
Schwarze Tapiokaperlen: Bei Token gibt es ein sehr gute Anleitung und mehr Info dazu: Basis-Rezept: Asian Bubble-Tee
Die Angaben des Kuzu-kan bitte nicht beachten, das ist „für mich“ als Notizen. Es ist ja fürchterlich schief gegangen.
Das Fruchtfleisch der Wassermelone in eine Küchenmaschine geben, hier muss man die Kerne nicht entfernen. Alles recht grob pürieren. Durch ein Küchensieb(muss nicht fein sein, ganz normales Sieb eben) drücken/gießen, und den Wassermelonen Saft auffangen, das grobe Fruchtfleisch bliebt im Sieb(das habe ich einfach aufgegessen, war noch sehr gut, eventuell auch ins Granite untermischen??). Die Menge des Saftes abmessen, Zitronensaft hinzufügen und zur Seite stellen.

Kanten Basis herstellen:
Gutes, stilles Wasser zusammen mit den Kantenflocken langsam bei mittlerer Hitze aufkochen, bis die Flocken sich auflösen, 2 Minuten kochen lassen. Zucker und Mizuame hinzufügen.
Das Kan ein wenig abkühlen lassen, und schrittweise(immer an die 200 ml) den Wassermelonen Saft unterrühren, es geht hier darum, dass einerseits der Fruchtsaft nicht zu sehr erwärmt wird, andererseits die Kantenflüssigkeit nicht zu schnell abkühlt. Kanten fängt an bei 43 °C zu gelieren, die Temperatur darf nicht darunter fallen. Ich habe das auf der ausgeschalteten Herdplatte gemacht, aber auch zwischendurch das Ganze immer wieder kurz erhitzt.
An diesem Punkt das Gelee auch mal probieren, ob eventuell mehr Zucker oder Zitronensaft notwendig ist. Die Frucht-Kantenmischung in ein Nagashikan oder andere Form gießen, und einige der Kuro-mame oder Tapiokaperlen auf der Oberfläche verteilen. Eventuell noch ein wenig Frucht-Kanten darüber gießen und nochmals die Bohnen verteilen, so dass sie ein wenig durchscheinen, siehe Bild.
Das Kanten für mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen.In kleine Stücke geschnitten servieren.
Es ist sehr weich, und “schmelzend”, ich fand den Geschmack und Konsistenz hervorragend.

Dieser “Eisbecher” ist eigentlich ein Martiniglas, welches aus 2 Teilen besteht: unten kommen Eiswürfel rein, so hält man es kalt. In das obere Glass kommt das eigentliche Getränk rein, bei mir ist es das Sorbet. Ich suche seit länger nach Eisbechern, die das Eis länger kalt halten, da es beim Fotografieren immer eine Riesen-Hektik gibt, weil es so schnell schmilzt…

Die Ka(n)tastrophe: völlig misslungenes Kingyoku-Kan(deswegen Kantastrophe
) und das Melonen Kan Desaster. Für Dich, Haruko
.



20 Comments:
Ich finde es super, dass du nicht nur die Erfolge, sondern auch deine kleinen und größeren Pannen postest – man könnte sonst glatt den Mut verlieren auch sowas tolles zu zaubern =^.^=
Ich sag nur: danke und weiter so!
PS. Ich stelle meine Eisbecher immer eine Weile ins Gefrierfach, sie beschlagen dann zwar an der Luft aber das Eis bleibt länger fest.
Haruko
06:54
Das Suika Kanten sieht ja cool aus. Die Kanten Konsistenz kann ich mir nicht so ganz vorstellen, ich muss doch mal den Selbstversuch machen. Klingt jedenfalls traumhaft.
Granita hab ich letzten Sommer öfters gemacht, mit Kiwi, das ist auch sehr erfrischend. Und hübsch grün.
Evi
08:13
Haruko,
, siehe oben.
damit Du den Mut nicht verlierst, hier das Katastrophenphoto, nur für Dich
Ja, uuups, den Eisbecher ins Eisfachstellen, ja….Danke!Nicht drauf gekommen, peinlich…
Evi,
die Konsistenz ist nicht leicht zu beschreiben,aber sehr angenehm: einerseits kann man es in Stücke schneiden, trotzdem ist es sehr weich und schmilzt im Mund beim Essen. Es ist auch nicht “glibbrig” wie Gelatine Desserts, Du brauchts aber die Agar Flocken dafür, ja?Nicht das Pulver,das wird zu hart!
Ja, mit Kiwi,das ist echt eine tolle Idee! Auch so ein Kiwi-kan wäre bestimmt toll!
Amatō
12:38
Mist, das Pulver hätte ich da gehabt. Dann werde ich mal die Asia- und Öko-Läden der näheren Umgebung bemühen. Das Lemon Kan muss auch sein, glaube ich. Zitrone ist klasse!
Evi
15:50
mit diesen Bildern hab ich heute wieder 2 Leute neugierig auf Deinen Blog gemacht!
Kiwi würde ich erst in kleiner Menge testen, oder die Kiwi vorher erhitzen, um die ENzyme zu zerstören, sonst bleibt das Kanten flüssig (ist jedenfalls bei Gelatine so,genau wie ananas)
Lydia
19:17
Oha, das sieht ja fast so aus wie einige meiner Versuche – gut dass ich da noch keinen Fotoapparat hatte… *grins*
Das Lemon-kan habe ich mit Limetten probiert, ist auch sehr lecker!
Haruko
08:25
Lydia,
das ist das geniale an Kanten: die Enzyme des Kiwi beeinträchtigen es nicht!
Man kann also Gelees damit machen, auch mit Ananas.
Ich teste das am besten bald.
Haruko,
Die Konsistenz war auch noch echt widerlich, hart wie Stein…Brrrr…
und, gehts Dir besser?
Amatō
10:05
echt? gut zu wissen!
Lydia
13:30
bei pearl.de gibt es derzeit übrigens einen shaved-ice-maker für 20 euro (slush-maker)
Lydia
07:28
Dank für den Tipp, mein Versuch im Sommer, shaved ice für Uji Kintoki zu machen war ein Desaster…
Amatō
10:42
das sieht aus wie die japanischen von j-list, nur ohne manga-motive (und außerdem für unser stromsystem geeignet)
ne eismaschine haben die auch, aber die hab ich mir dann doch verkniffen.ich steh wirklich mehr auf kakigori, slush und co.
btw: was nimmt man denn da als sirup? normalen cocktail-sirup?
Lydia
11:22
Ja, kann man machen, die von Monin wären geeignet, es ist aber besser, selbst welchen zu machen, wie Matcha Sirup.
Amatō
14:12
so, das maschinchen ist da *freuhüpf*, ich hab direkt extrabecher dazu bestellt (um wasser einzufrieren).
Lydia
10:23
der SIrup für kakigori – wird der verdünnt? oder gibt man das pur darüber? warum ist nicht schon sommer? ich will SOFORT sommer, um kirschblüten-kakigori mit Tsubuan und Lotosan und ein paar mini-dango zu müffeln!
Lydia
14:59
Och Lydia… jetzt ist mochi-Zeit… und leckere Oden- und Feuertöpfe… genieß die Jahreszeit und freu dich auf die nächste.
Und ja, der Sirup kommt pur drüber… dafür ist ja das Eis ohne Zucker.
Haruko
11:09
Amatō
13:57
ich werd aber ganz wuschig, wenn ich nur dran denke *seufz*. Außerdem sind das Gerichte, die erst dann richtig gut werden, wenn man groooße portionen macht, und die werd ich nicht quitt. allein ess ich ja nicht nen ganzen feuertopf leer… wobei…
Lydia
18:19
Das DIng funktioniert klasse! allerdings sollte ich den Sirup vorher in den froster tun, damit der “schnee” nicht direkt zusammenfällt
Lydia
08:19
Woher bekommst Du Mizame?
Bentolily
11:20
Das ist sehr ähnlich wie Reissirup(Reformhaus) oder Glucosesirup(googeln).
Alexandra
10:53
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