Sakura Mochi

sakura mochi, wagashi,

Sakura Mochi, Wagashi im Frühling

桜餅 Sakura Mochi gehört zu den traditionellen japanischen Süßigkeiten, es wird hauptsächlich im Frühling zubereitet, wenn die Kirschbäume anfangen zu blühen. Es wird auch am Hina Matsuri, dem Japanischen Puppenfest serviert, neben Hishi Mochi und anderen Wagashi. Ende März bis Mitte April, fängt桜時 Sakura-doki, die Kirschblütenzeit in Japan an. Der überall gepflanzte桜 Sakura Kirschbaum ist eine Zierkirsche, mit wunderschönen, duftenden Blüten, besonders八重桜 Yaezakura, die gefüllten Blüten sind sehr auffällig. Das Erblühen der Kirschen ist ein großes Ereignis in Japan, in den Nachrichten kann man sich informieren, wo sich gerade 桜前線 Sakura-zensen, die Kirschblütenfront befindet. Jetzt ist auch die Zeit von 花見 Hanami, der „Kirschblütenschau“, einer japanischen Tradition: zusammen mit Familie und Freunden geht man in Parks, um die Schönheit der blühenden Kirschbäume zu bewundern.

Unter den Sakura Bäumen wird dann das Hanami gefeiert, die meisten bringen eine spezielles für diesen Zweck zusammengestelltes Bento mit(es kann selbst zubereitet oder gekauft sein), mit Arbeitskollegen und Freunden werden auch ordentliche Mengen花見酒 Hanami-zake(Sake, oft aber auch andere alkoholische Getränke) genossen, die Japaner sind ein trinkfestes Völkchen(unten den Hanami Bäumen ein wenig mehr zu trinken scheint sehr üblich zu sein, 花見酒に酔って蹣跚と歩く, übersetzt: “vom Sake des Hanami betrunken schwankend gehen“ ;-) ).

Die Schönheit der Kirschblüte ist sehr vergänglich, deswegen werden die prächtigsten Bäume sogar in der Nacht mit Scheinwerfern angestrahlt, eine Kirschblüte in der Nacht nennt man 夜桜 Yaezakura. Wenn die Kirschblüte verblüht, kann noch ein letztes Mal die Schönheit von桜吹雪 Sakura-fubuki betrachtet werden, die fallenden Kirschblütenblätter erinnern an Schnee, und sind ein wunderschöner, aber auch ein wenig trauriger Anblick, der uns daran erinnert, dass Schönheit vergänglich ist. Sakura fubuki ist auch ein Motiv, welches oft bei kunstvollen Wagashi zu sehen ist, meistens wird hier ein klarer Nishiki Yōkan mit Dōmyōji-ko zubereitet. Die schwebenden Reiskörnchen werden zart rosa eingefärbt und sollen eben die fallenden Blüten darstellen.

Natürlich gibt es eine Menge von Sakura basierten Wagashi, das berühmteste davon ist mit Sicherheit Sakura Mochi. Sakura Mochi gibt es in 2 Ausführungen, die Kansai Version ist ein süßes Mochi in einem zartem Rosa, gefüllt mit  süßer Bohnenpaste(Tsubu-an) und eingewickelt in ein salzig eingelegtes Kirschblatt. Kanto Sakura Mochi dagegen besteht aus einem zarten, dünnen Crepe aus Reismehl, welches gebacken wurde und wird mit Koshi-an gefüllt.
Für die Herstellung von Kansai Sakura Mochi wird in Japan oft Dōmyōji-ko verwendet, eine spezielle, grobkörnige Reismehlsorte. Das liegt vor allem daran, weil es sehr einfach ist, mit Hilfe von diesem Mehl Sakura Mochi zu hause herzustellen, es geht auch sehr schnell. Dōmyōji-ko ist bei uns leider kaum erhältlich, aber, man kann köstliche Sakura Mochi direkt aus rundem Mochigome Klebreis herstellen(Hakubai Mochigome ist eine gute Sorte), das spezielle Reismehl ist wirklich keine Notwendigkeit.
Mit diesem Rezept lassen sich auch noch viele andere Mochi Arten herstellen: Tsubaki Mochi, mit einem Camelia Blatt, Edamame Mochi, mit einer Füllung aus frischen jungen Sojabohnen(edamame), sogar Ohagi und Bota Mochi. Wer keine salzig eingelegte Kirschblätter hat, oder diese nicht mag, der kann auch 桜ん坊餅  Sakuranbō Mochi zubereiten, dieses wird ohne das Blatt hergestellt und mit einer frischen Kirschfrucht gefüllt. Oder, eine andere Version von Sakura Mochi ist Ichigo Sakura Mochi, mit einer frischen Erdbeere, sehr köstlich!

sakura mochi

Sakura Mochi Rezept

200g Mochigome, japanischer Klebreis
Prise Salz
Zuckersirup fürs Mochi
65g Zucker (Johakutou)
160ml Wasser
Zucker Sirup für die Hände
50ml Wasser
25g Zucker
300g Tsubu- oder Koshian
2-3 Tropfen rote Lebensmittelfarbe
10 in Salz eingelegte Kirschblätter

Ergibt ca. 10-15 Stück, je nach dem, wie groß sie sind.

Am Vortag Klebreis waschen, bis das Wasser klar ist. In einer Schale mit Wasser übergießen, und abgedeckt im Kühlschrank  über Nacht, oder für mindestens 8-12 Stunden im Wasser einweichen(es sollte schon eine längere Einweichzeit sein, nur so werden die Reiskörner richtig weich).

sakura mochi rezept
Am nächsten Tag den Klebreis abtropfen lassen, und einen Test machen: die Körner sollten  sich ohne großen Kraftaufwand  zwischen den Fingern zerkrümeln lassen.

Den abgetropften Klebreis in ein Tuch geben, und mit einem dicken Holzstössel (oder Nudelholz) kräftig draufschlagen, bis die Körner alle in die Hälfe oder kleiner zerbrochen sind.
Wenn die Körner zerkleinert sind, wird der Reis gedämpft.Wasser in einem Dämpfer zum kochen bringen, das Tuch mit dem Reis ausbreiten, am besten so breitflächig wie es nur der Platz zulässt, so wird alles gleichmäßig gedämpft, der Stoff nimmt zusätzlich Feuchtigkeit auf und der Reis wird nicht zu trocken.Bei hoher Hitze eine halbe Stunde dämpfen.

sakura mochi rezept

Während dessen beide Zuckersirups herstellen: in einen kleinen Topf 65g Zucker und Wasser zum kochen bringen, Zucker auflösen und köcheln, dann den Sirup mit paar Tropfen roter Lebensmittelfarbe einfärben(bitte vorsichtig mit der Farbe, eine natürliche Alternative wäre 1 TL Rote Bete Saft).
Zuckersirup für die Hände: den Zucker in eine kleiner Schale mit kochendem Wasser übergießen, schmelzen und abkühlen lassen.
Den fertig gedämpften Reis in den heißen Zuckersirup im Topf geben, umrühren, gut durchkneten und vom Feuer nehmen. Der Reis wird die Flüssigkeit aufsaugen. Mit einem Tuch zudecken, für 15 Minuten stehen lassen.

sakura mochi rezept

Ein Tablett mit dem Zuckerwasser für die Hände einpinseln. Den Mochiteig rausnehmen, (Vorsicht, klebt sehr stark) auf das Tablett legen, die Hände mit Zuckerwasser befeuchten und einen länglichen „Klops“ formen.Durch das Zuckerwasser wird die Masse nicht an den Händen oder Tablett haften bleiben.
Jetzt kleine Bällchen abzupfen, und entweder in runde Form bringen, sollte der Teig  zu stark kleben, einfach immer wieder die Hände mit dem Zuckerwasser befeuchten.
Aus dem Anko 10 Kugeln Formen, jeweils ca. 25g. Ein flachgedrücktes Stück Mochi auf die Hand legen, das Anko darauf und in die Mochimasse einwickeln, ordentlich verschließen, und in eine abgeflachte Kugelform bringen.
Die Kirschblätter für 10 Minuten ins kalte Wasser legen, das entzieht die Salzigkeit. Rausnehmen, gut trocken tupfen und mit der glänzender Seite nach Außen das Mochi einwickeln.

Mit einer Schale japanischen grünen Tee(auch Matcha) genießen.

sakura mochi, ichigo

Sakura Mochi sollten sehr frisch verzehrt werden, schon am nächsten Tag sind sie nicht mehr so gut. Diese Süßigkeit ist auch vegan, sie besteht nur aus rein pflanzlichen Zutaten, das salzige Kirschblatt wird mitgegessen und sollte wirklich nicht ausgelassen werden. Die Kirschblätter enthalten sehr viel von dem typischen Sakura Aroma, dagegen die salzigen Kirschblüten sind mehr eine Dekoration, sie duften aber auch sehr gut. Die eingelegten Blätter sind schon recht salzig, man kann sie aber “entsalzen“, dafür einfach ins kalte Wasser legen, das entzieht das Salz.

Sakura Mochi gehören zu meinen absoluten Favoriten, sie sind wirklich sehr köstlich. Das Mochi schmeckt sahnig-cremig, schon fast wie Milchreis, ist auch nicht zu süß, und durchdrungen mit dem wunderbaren Aroma des Kirschblatts, welches an Kirsche und Bittermandel erinnert. Die kleinen salzigen Stückchen des Kirschblatts harmonieren sehr gut mit der Süße der Füllung, es ist wirklich ein Genuss. Als Getränk passt hier grüner Tee(link) sehr gut, ich mag besonders gerne den Sakura Oolong dazu, einen Tee der aus Kirschbaumblättern zubereitet wird.

English Sakura Mochi Recipe is here.

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13 Comments:

  1. Hallo, wie legst du denn die Kirschblüten und -blätter ein? Ich möchte dieses Jahr auch welche süß und salzig einlegen, weiß aber nicht wieviel Salz/Zucker ich dazugeben muss. Kennst du eine gute Mischung? Weißt du wie lange sich die Kirschblätter und -blüten halten? Wir haben im Garten 4 Kirschbäume deswegen wollte ich ein paar Gläser füllen. Gibt es eigentlich Unterschiede im Geschmack zwischen Süß- und Sauerkirschbaumblättern/-blüten?

    Viele Grüße,
    Nadine

    Nadine

    avatar 2010.03.07
    21:48

  2. Nadine,
    Kirschblüte wird im April sein, also habe ich noch ein wenig Zeit, ich werde aber sehr bald ein ausführliches Rezept posten.
    Nur eines: Du brauchst spezielle Kirschblüten, einer japanischen Zierkirsche, die hat keine Früchte. Weil sie eben keine hat, steckt sie die ganze “Kraft” in den Duft der Blüten und Blätter.
    “Normale” Kirschen Blüten und Blätter sind nicht geeignet, sie haben diesen Duft nicht, um den es hier geht. Er ist tief und süß-aromatisch.
    Diese Kirschen wachsen aber überall bei uns, in Parks, usw. Ich poste Bilder, wenn die Kirschen blühen, siehst Du Dir die Blüten einfach an, und dann wirst Du die richtigen erkennen. Bei mir wachsen sie in der Siedlung, wo ich wohne, jetzt aber auch in meinem Garten.
    Wie lange sich die Eingelegten halten? Lange, 2 Jahre würde ich sagen. Lohnt sich auf jeden Fall.
    Das klappt schon! :-)

    Amatō

    avatar 2010.03.09
    12:48

  3. meinst du Prunus serrulata?
    [img]http://blog.wagashi-net.de/wp-content/uploads/2010/03/g-prunus-serrulata.jpg[/img]

    Haruko

    avatar 2010.03.09
    18:00

  4. Haruko, ich musste das Bild entfernen, es war viel zu groß. ;-)
    Ja, die meine ich, ich habe irgendwo eine ganze Reihe von Bildern der Zierkirsche, da gibt es auch welche, die nur wenige Blüten haben und auch in weiss.
    Aber das ist die bevorzugte Art.
    Wie oben, das Bild im Artikel(ich mach mal den richtigen Namen dazu)

    Hier ist Dein Bild nochmal, repariert.

    Amatō

    avatar 2010.03.09
    18:57

  5. Ich muss gestehen, dass mir in Frankfurt(Main) nie welche aufgefallen sind o_O” Falls jmd. weiß wo welche stehen- ich bin für jeden Tipp dankbar!

    Nadine

    avatar 2010.03.10
    20:09

  6. danke, das ist super – so ein Baum steht bei mir um die Ecke, mal sehen ob ich zur Blütezeit dort was “ernten” kann außer bösen Blicken der Passanten

    Haruko

    avatar 2010.03.10
    20:26

  7. Ich habe früher auch nicht drauf geachtet, und war erstaunt WIE VIELE in meiner Nähe wuchsen!
    Es ist wirklich so, wenn man drauf achtet.
    Nadine, Du kannst auch sich bei der Park- oder Stadtverwaltung erkundigen, glaube ich.
    Es gibt da Pläne, wo welche Bäume wachsen.Ich weiß das deswegen, weil ich wegen Berlin mich erkundigen möchte.
    Parks, Gärten, Botanischer Garten, da nachsehen. :-)

    Haruko, sehr früh morgens ist eine gute Zeit, wegen der Blicke.

    PS.vorsichtig mit Omas! ;-)

    Amatō

    avatar 2010.03.11
    09:33

  8. Huhu Neko, könntest du bitte auch das Kanto-style Sakura-Mochi posten, meine Tochter mag die “klebrigen Dinger” nicht und ich möchte gern trotzdem was süßes ins Bento packen am Sonntag.

    Haruko

    avatar 2010.04.13
    20:21

  9. So ich hoffe das mit dem Bild klappt :D Letzten Sonntag haben wir einen Kochtag veranstaltet und ich habe dafür eine ganze Ladung Sakura Mochi gemacht :D

    [img]http://elfdream.files.wordpress.com/2010/06/dscf7276.jpg?w=300&h=225[/img]

    Nadine

    avatar 2010.06.20
    11:30

  10. Nadine, die sehen ja super aus!
    Du hast Dir sogar Meimeizara-Teller und Kuromoji geholt? TOLL!
    (PS. schöne Kirschblüten hast Du da… ;-) )
    Hat es geschmeckt? Was war drin?

    Amatō

    avatar 2010.06.20
    18:25

  11. Haruko,
    bin noch nicht dazu gekommen, ich mache es aber noch(gerade Besuch da). Im schlimmsten Fall erscheint das Rezept zu spät. Ach, was solls… :-)

    Amatō

    avatar 2011.04.16
    08:44

  12. Arrrg, Ich bin so entäuscht, habe gerade zum erstenmal sakura moschi selbst gemacht, ich kenne diese geniale köstlichkeit aus mannheim aus der suhchi bar, als ich sie das erstemal genoss dachte ich da wäre schokolade drin, was ein göttlicher genuss, sie waren ganz weiss, klar durchscheinend mit einer fast schwarzen leicht rötlichen füllung, mochi wie füllung ganz glatt!
    keine kugel sondern geplättet. kostete 1€.
    er bereitete sie ca alle 2 wochen zu und meinte sie wären bis zu 3 haltbar (er hatte sie auch immer im kühlschrank)

    mein grösster kummer bei der zubereitung war das mir der klebreis gelingt (Wan Kwai Sushireis, klebreis) aber das gelang mir doch recht gut, bekamm es zwar nicht glat und war noch recht körnig sowie nicht durchscheinend, jedoch gummiartig und geschmacklich bekamm ich schon hochgefühle und wurde vor vorfreude ganz wuschig (-:

    Jedoch dann die füllung, die moschis zu füllen, meine gütte, die kostinenz war irgentwie zu weich, die letzten sahen dann doch gut aus, habe ne kugel geformt, eingedrückt, gefüllt, dann ein stück klebreis draufgesetzt und glattgestrichen, alles einwndfrei, und wollte voller forfreude mir das erste schmeckenlassen, bääähh, die füllung!!! (jinyang Agricutural ltd. red beans aus korea) nach aussage des asialadens meines vertrauens sind das die richtigen süssen bohnen für japanische nachspeissen, naja, süss sind sie, aber schmecken tuts nicht! auch sind sie sehr stückig
    hoffe inständig das es heut abend vielleicht doch schmeckt(hoffnung stirbt zuletzt)
    ich würde die bohnenpaste gerne mal selbst probieren, kann man hierfür nicht vielleicht eine erhältlichere sorte benutzen??
    von bohnen weiss ich nicht die bohne(-:
    welche sorte wäre wohl am ehesten geeignet?

    da ich noch ne menge bohnen übrig habe werde ich sie mal pürieren und event. nachsüssen (bei knapp3€ die dose will ich nichts verschwenden

    Haschimahalla

    avatar 2011.04.23
    05:25

  13. Haschimahalla,
    Dein Problem war also nicht das Mochi außen, sondern die Füllung(also das Anko), ja? Hast Du die selbst gemacht oder aus der Dose?
    Schau mal bite unter Anko/Bohnen nach, da sind einige Sorten aufgeführt. Mit Dosen-Anko ist das ja so eine Sache.
    Koshi-an ist die glatte Paste(die Du warhscheinlich in den gekauften Sakura Mochi hattest, schmeckt fast wie Schokolade, ja, ich weiss, köstlich, wenn man es selbst macht :-) ).
    Ich erziehele sehr gutes Koshi-an mit den ganz günstigen (99cent) Azuki Bohnen aus dem Asia Shop(die gibt es überall), probier das mal ruhig aus, mit dem Rezepten für Tsubu-an und Koshi-an(die sind auch nicht teuer, wenn etwas sehr schief gehen sollte. Wie diese aussehen, kannst Du unter Bohnen nachsehen, die letzte Packung, wird als “Azuki aus Thailand” bezeichnet).

    PS. :-D السلام عليكم

    Amatō

    avatar 2011.04.23
    13:04

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